Warenkunde Quinoa – das Allheilmittel?

 

Zunächst möchte ich klar stellen, dass bevor ich mich selbst näher zu Quinoa informiert habe,
ich kein besonders großer Freund des Korns war. Ein Getreide ohne herausragenden Geschmacksunterschied zu Couscous, Hirse und Co, für das man jedoch den doppelten Preis im Vergleich zu seinen Kollegen hinblättern soll? -Noo way! Komplett unnötig.
Doch mein innerer schwäbischer Geizkragen wollte nichtsdestotrotz erfahren,
was an Quinoa denn so besonders sein soll.
Quinoa – Wareninformation
Die erste Überraschung bei der Recherche für mich war, dass Quinoa gar kein Getreide,
sondern eine Pflanze ist, die zur selben Pflanzenfamilie wie Rote Beete und Spinat gehört. Ursprünglich stammen die Körner aus Peru und Bolivien, mittlerweile werden sie jedoch
auch schon in Deutschland und Österreich angebaut.
Klimatechnisch gibt es also keine Einwände Quinoa nicht zu konsumieren.
Die Quinoa-Pflanze ist äußerst robust, muss jedoch erschwerlich von Hand geerntet werden,
was den hohen Preis erklären könnte.

 

Wundermittel auf dem Prüfstand
Ökologisch alles schön und gut, was steckt nun jedoch hinter dem Image als Wunderpflanze?
Was Quinoa so einzigartig macht, ist, dass das Körnchen alle neun essentiellen Aminosäuren gebündelt enthält. Das ist für pflanzliche Lebensmittel äußerst ungewöhnlich und selten.
Der Mineralreichtum schlägt unsere heimischen Getreidearten um Längen, außerdem
ist das Inka-Korn glutenfrei und somit sowohl bei Getreideunverträglichkeiten,
als auch bei Candida-Infektionen problemlos genießbar.
Besonders für Vegetarier und Veganer ist das Korn attraktiv, da es proteinreich daher
kommt und viele Mineralstoffe enthält, was für pflanzliche Lebensmittel ja eher
selten vorkommt. Besonders durch die vielen Mineralstoffe kann Quinoa jedem
wärmstens empfohlen werden!
Quinoa das Allheilmittel (?)
Quinoa gehört zu den besonders tryptophanreichen Lebensmitteln.
Tryptophan ist eine Aminosäure, die vom Gehirn zur Herstellung des Glückshormons Serotonin genutzt wird. Quinoa macht also nicht nur fit, sondern auch noch glücklich!
Auch Personen, die unter Migräne leiden, bemerken oft eine positive Wirkung durch das Mineralwunder Quinoa. Dies ist dem Magnesium und Riboflavin zu verdanken, welche
mit im Quinoa stecken. Magnesium hilft die Gefäße zu entspannen und beugt damit
Gefäßverengungen vor, welche Migräne verursachen können.
Riboflavin (Vitamin B2) kann die Energieproduktion innerhalb der
Zellen verbessern und wirkt damit auf natürlich Weise positiv auf den
Energiestoffwechsel der Zellen im Gehirn und Muskeln ein,
was Migräneattacken vorbeugen kann.
Ansonsten ist der Lysin-Reichtum im Korn nicht zu verachten. Lysin repariert zerstörtes
Bindegewebe und verhindert die Auflösung von Gewebe durch schädlich Zellen.
Dies ist beispielsweise bei Krebs, Allergien oder Entzündungen zu beachten, da alle
drei sich der gleichen Mechanismen der Bindegewebsauflösung bedienen.
Krebsgeschwüre können sich nur ausbreiten und Metastasen bilden, indem sie
Enzyme bilden, die Bindegewebe auflösen und Krebszellen damit einen Weg im Körper
bahnen. Lysin wirkt diesem Auflöseprozess entgegen, indem es zerstörtes
Bindegewebe repariert und Auflösung durch die Enzyme der Krebszellen verhindert.
Ist ausreichend Lysin im Körper vorhanden, können sich die Geschwüre folglich nicht
ungehindert ausbreiten und der Prozess wird gestoppt.
Der glykämische Index von Quinoa ist sehr niedrig, was bedeutet, dass der
Blutzucker-Spiegel sehr langsam ansteigt, was Quinoa zu einem exzellenten Lebensmittel
für alle macht, die mit Blutzucker- oder Gewichtsproblemen zu kämpfen haben.
 
Quinoa vs Couscous
 
Meinen ersten Irrtum habe ich ja bereits aufgedeckt:
Quinoa ist keinesfalls ein Getreide, wie beispielsweise Couscous.
Couscous besteht aus Hartweizengrieß, der befeuchtet und zu kleinen Körnchen
zerrieben wird. Im Gegensatz dazu Quinoa, welcher im Handel tatsächlich so erhältlich ist,
wie er in der Natur vorkommt.
Von den Nährwerten liegen die beiden nahe aneinander, doch hier haben wir
einen klaren Fall von „Kalorien sind nicht alles„.
Die Kohlenhydrate, die aus Quinoa stammen, können vom Körper ausgesprochen
gut verarbeitet werden. Der Blutzuckerspiegel wird nur sanft angehoben.
Das bedeutet: Quinoa hält lange satt und beugt Heißhungerattacken vor.
Couscous schlägt im glykämischen Index höher zu Buche, hält daher nicht so lange
satt und man wird schneller wieder hungrig.
Auch im gesundheitlichen Aspekt gewinnt Quinoa im Vergleich zu Couscous
haushoch. Zwar besitzt auch Couscous eine Menge Vitamine und Mineralien,
kann jedoch nicht mit Quinoa mithalten.
Quinoa besitzt fast das 12-fache an Proteinen, ist somit sowohl für Vegetarier,
Veganer und Sportler ein ideales Nahrungsmittel!
Mein Fazit:
Ganz schön überraschend! Gestern Abend meinte ich noch überzeugt zu einer Freundin,
dass Quinoa geschmacklich in keinster Weise den Preisunterschied rechtfertigt.
Heute muss ich mich geschlagen geben: Ein Nahrungsmittel mit solchen Inhalten und
regionalem Anbau von Hand kann gar nicht preiswerter angebaut werden!
Günstig bleibt es nicht, doch kann ein anderes pflanzliches Lebensmittel in
vielen Aspekten einfach nicht mithalten! So sollte man sich ab und zu einfach
eine Portion Quinoa gönnen – der Körper wird es einem danken!
– – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –
By the way: Was haltet ihr von solch einer Warenkunde? Alles schon längst gewusst oder
sollte ich euch ab und zu mal nähere Infos zu einem Nahrungsmittel bringen?

 

Please follow and like us:

Related Post

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.