Streetfood Market Karlsruhe

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Dönerläden und Pizzabuden? –  Fehlanzeige

Es sei denn, in schick.

Das zweite Oktober-Wochenende war ein gesegneter Tag für alle Karlsruher Studenten und Junggesellen, die sich sonst von halbgar gekochter Pasta, kalten, totgebratenen Burgern und ranzigen Currywürsten zu ernähren pflegen. Passend zum Trend der Food Festivals, welcher eher durch die neuen Medien kursierte und groß wuchs, war das Publikum, welches man am Wochenende auf dem Gelände rund um das Kesselhaus  in Karlsruhe antraf, zwischen 20 und 35 Jahren zerstreut. Zwischen Studenten und Marketingagentur-Chefen, Bloggern und Szenekennern waren vereinzelt Familien oder ü50er zu sehen, welche doch die Ausnahme darstellten.

Die ca 40 Food Trucks, wie sich die rollende Hipschter Imbissbude von heute zu nennen pflegt, versuchten sowohl durch ihr Konzept, den Look des Wagens, als auch durch die Produktidee möglichst Eindruck zu schinden um sich ja vom Rest abzuheben.

So war ein zwar eindeutiger Burger-Trend unter den Trucks zu beobachten, dennoch hatte jeder Burger sein individuelles Konzept, ob Onion Chutney und Bacon on top des Burgers, eine Surf and Turf-Interpretation oder -das musste für die „back to the roots“ Hipster natürlich dabei sein: ein ganz klassischer Burger, welcher rustikal in der ökologisch abbaubaren Pappschachtel serviert wurde.    So gab es Burger im Überfluss, doch auch für Vegetarier und Veganer waren interessante Food Trucks dabei, die im Handumdrehen ausverkauft oder mit meilenlangen Schlangen gesegnet waren.

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Doch was macht die Food Festivals so erfolgreich, dass sie mittlerweile in schier jeder kleineren Großstadt wie Pilze aus dem Boden schießen? Zum einen ist die Zusage bei sozialen Medien wie facebook natürlich eine Ansage an den Freundeskreis:

„Schaut her, ich weiß über die Szene Bescheid, gehöre zu den Trendsettern und bin ein Szenekenner“

Zum anderen stillen solche Street Food Festivals die Sehnsüchte der Generation Easy Jetset. Was man in Barcelona, Berlin oder Bangkok kennen und lieben gelernt hat, weil es dort ja eben schon soooo „in“ ist, kommt nun auch endlich in die Hometown.
Doch nicht nur bei Hipstern und Jetsettern kommen die Urlaubserinnerungen hoch, nein wünschen sich die ganz „normalen“ Rucksacktouristen teilweise von ihren Reisen vor allem die Küchen einpacken und mit nach Hause nehmen zu können, finden sie in den Street Food Festivals die altbekannten Gerüche ihrer Reisen wieder.
Auf dem Festival kochen, dämpfen und frittieren professionelle Food-Truck-Betreiber neben leidenschaftlichen Hobbyköchen, die ihre liebsten Speisen mit Gewürzen aus Orient bis Okzident verfeinern. So kann sich jeder der Lust hat auf den Street Food Festivals glücklich und einmal um die Welt schlemmen.

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Zugegeben, die Produktideen waren schon sehr auf die fancy Präsentation ausgelegt. Statt einer braunen, schnöden Einwegpapiertüte, wie es die  Franchise-Unternehmen um die Ecke nur all zu gerne zu benutzen pflegen, wurden Pommes und Co stattdessen in kunstvoll bedruckten Papiertüten à la Zeitungspapier an den Mann gebracht.
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„Um die Welt schlemmen?“ Gesagt, getan.

Unsere kulinarische Weltreise startete auf den Street Food Festival in Karlsruhe mit leckeren Banh Baos, einer asiatischen gedämpften Teigtasche mit einer würzigen Sauce. Ein toller Stand, welcher grandios beweist, dass auch Hobbyköche einen tollen Beitrag zum Street-Food Festival leisten können. Die kleinen Teigtaschen wurden vor den Augen der Kunden frisch in Bambuskörbchen gedämpft. Wärmstens empfohlen!

 

 

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Neben hochgestylten, aufgebauschten Food-Konzepten gab es dennoch ein paar kulinarische Sternstunden. Sehr positiv kann ich von veganen Tacos berichten, die selbst Fleischesser ohne Einwände überzeugen konnten. Der schnucklige, mexikanisch angehauchte Food Truck bot zu den frisch gemachten Tacos vier verschiedene, selbstgemachte Salsas an, die anhand ihrer Schärfe den Namen wie Ponyhof-Reiter oder mutiger Indianer trugen und über Mango-Chili, Salsa Verde, Salsa rojo, bis hin zu Erdnusssalsa variierten  und den Taco abrundeten.

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Eine Kalorienbombe, die schon lange auf meiner Ausprobier-Liste stand, waren frittierte Oreos. Ja ich weiß, Ernährungswissenschaftler werden schon bei dem Namen die Hände über dem Kopf zusammen schlagen, jedoch wollte die frittierte Sünde vom Kölner Food Truck kleiner Munchkin einmal von mir verkostet werden.

In einer Überraschungstüte mit frittierten Toffifee, Kitkat und Reeses wurde die Tüte warmes Glück mir mit Puderzucker bestäubt überreicht. Geschmacklich kann ich wirklich positiv über die frittierten Süßigkeiten berichten – ein kleines Manko gab es dennoch:

Denn egal wie lange die Schlange an einem Essensstand ist, roher Teig sollte nie beim Kunden landen!

Beim Versuch einen frittierten Oreo zu zerbrechen, kam mir statt einem warmen , vanilligen Kern, eine Ladung flüssiger, roher Teig entgegen geflossen.

Von daher: Ein Grund mehr Essen lieber selbst zuzubereiten.

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Nichtsdestotrotz, seien wir ganz ehrlich, servieren kann der kleine Munschkin nach allen Hipster-Regeln. Kann mir jemand verraten wo ich so süße Papiertüten noch finde?

– Also außer im Altpapier? ;D

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In welchem Film bin ich denn jetzt gelandet, vermag sich der ein oder andere alte Leser von mir vielleicht gerade denken – war die ….. nicht eigentlich… Vegetarierin? BINGO! Nichtsdestotrotz durfte der Burger meiner Begleitung für euch fotografisch festgehalten werden – wäre bei dem Anblick ansonsten ja auch zu schade gewesen! Zu sehen ist ein Pulled Pork Burger, Amerika-Fieber inklusive. Frisch vor den Augen zubereitet, wunderbar saftig und wohl einer der am meisten sättigenden Snacks auf dem Street Food Festival.

Eine weitere Idee, die mir wirklich zugesagt hat, war der Surf&Turf Burger.  Burger wie um die Ecke? Nix da! Das ist Street Food wie es mir zusagt! Hier wird’s fischig und raffiniert!

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Mein Fazit?

Besucht selbst ein Food Festival, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet! Wirklich.                                              Das Erlebnis ist die langen Schlangen und gesalzenen Preise wert. Sieht man auf der facebook-Seite mitunter durchaus gemischtes Feedback,  so kann man beide Seiten verstehen. Ja, es gab teils tolle Stände mit innovativen, leckerem Essen – ABER 4 Euro für eine Dampfnudel, 8 Euro für einen Burger oder 4 Euro für 4 Marshmallows sind doch ordentlich Preise. Qualität hat ihren Preis, ja durchaus. Jedoch muss ich Kritikern Recht geben : das Street Food Festival ist weit weg von dem neuesten In-Burgerschuppen, wo man bereit ist auch mal 12 Euro für einen Burger zu bezahlen. Der Verzehr der Speisen ist zu unkomfortabel für solch gesalzene Preise.

Viele Besucher des Street Food Festivals hätten gerne möglichst viele Speisen verkostet, da wäre es im Interesse beider -der Verkäufer und Käufer- gewesen, die Speisen mitunter etwas kleiner und dafür preiswerter zu gestalten, wie es aus den Kommentaren auf der facebook Seite auch deutlich hervor geht.

Betrachten wir die Stimmung, so kann ich nur Positives berichten: dumpfe Elektrobeats, die vom Fritz Cola-Stand ausgingen, unterlegten die Festival-Atmosphäre, zur  Freude aller spielte auch das Wetter mit, weshalb das Festival sehr gut besucht war und die Varietät in Food Trucks wurde vom kulturellen Spektrum des Publikums verstärkt.

 

Das Karlsruher Food Festival war das Erste seiner Art in der Umgebung und man kann es definitiv als Erfolg verbuchen! Ich denke ich spreche im Sinne der Karlsruher Foodies, wenn ich mir durchaus ein weiteres Food Festival nächstes Jahr wünschen würde. Vielleicht könnten ein paar Burger Trucks im nächsten Jahr durch Trucks, die das süße Angebot erweitern würden, ersetzt werden, doch all in all kann man zum Besuch künftiger Food Festivals in Karlsruhe raten!

 

Gerne könnt ihr auf der Street Food Festival-Seite mal schauen, ob bald ein Food Festival auch in eurer Umgebung statt findet.  Oder war in eurer Umgebung etwa auch schon ein Food Festival, wenn ja ,was könnt ihr dazu berichten? 🙂

 

 

 

 

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5 thoughts on “Streetfood Market Karlsruhe

  1. Food Trucks sind was Großartiges. In Hamburg sind die auch oft und ich stehe dann ganz vorne. Pulled Pork hier, Sweet Potato Fries dort. Ich mag die sehr. Vor allem auch weil man eben siehst, was für Produkte benutzt werden. Da zahle ich dann auch gerne mal mehr.

    Yvonne

    1. Ich gebe dir komplett Recht was Qualität und Preis angeht!
      Allerdings sind wir in Karlsruhe nicht so wie die Hansestadt mit Food Festivals am laufenden Stück gesegnet,
      da wollten die meisten Festival-Besucher lieber mehr probieren, was bei kleineren Portionen natürlich besser funktioniert,
      sowohl wenn es um Portionsgröße, als auch Preis geht. Liebe Grüße, Kathrin

  2. Hallo Kathrin,
    jetzt musste ich auch gleich noch auf deinem neuen Blog vorbei schauen 🙂
    Danke für deinen lieben Kommentar bei mir.
    ein wirklich schöner Bericht über den Streetfood Market. War noch nie bei solch einer Veranstaltung.
    Muss ich auch einmal machen…
    Habs fein.
    Liebe Grüße
    Fanny

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